Es gibt keine Wahl

Glaubst Du, dass Du Dich dazu entschieden hast, dies zu lesen?
Wenn überhaupt, dann sind es die Worte, die Deine Aufmerksamkeit erregen.
Du weißt nicht, welche Worte hier stehen und was sie zu sagen haben,
bis Du sie liest.
Wie konntest Du also eine Entscheidung treffen, sie zu lesen oder nicht?
Selbst wenn Du mir zustimmst wirst Du glauben, dass Du die Wahl hast,
weiter zu lesen, oder nicht.
In Wirklichkeit kannst Du nicht einmal das entscheiden. Sieh ein – ob Du
weiterliest oder nicht, es geschieht einfach.
Liest Du weiter, so wirst Du vermutlich dabei den Gedanken haben
“Ich denke, dass ich weiterlesen werde.”
Aber dieser Gedanke ist genauso ein weiteres unkontrollierbares
Ereignis.
Das alles passiert einfach, es gibt keine Wahl und keine Verantwortung.
Wenn dies gesehen wird, verschwinden Schuld und Scham als Irrglaube.
Dann ist Freiheit, Erlösung, ewiges Heil – und absolute Vergebung
für alles und jeden…

… das ist Liebe

Aus dem Buch “This is unimaginable and unavoidable – Irresponsible
writings on non-duality” von Guy Smith (von mir aus dem Englischen
übersetzt)

Wie ein wilder Mann

Ich bin zuweilen wie ein wilder Mann,
Der Götter höhnt und laute Nächte lang
Mit rohen Kameraden zechen kann
Und dem schon mancher scharfe Witz gelang.

Ich bin zuweilen wie ein schwaches Kind,
Das ohne Schuld krank wurde und verdarb,
Und dessen Lächeln ungeboren starb.
Und dessen Träume voll von Engeln sind.

Hermann Hesse (1901)

Zauber der Vergangenheit

Man spürt ihn richtig, den Zauber der Vergangenheit, wenn man vor diesem Alten
Gasthof steht. Wieviele Menschen haben im Laufe der Jahrhunderte dort
übernachtet, gegessen und getrunken? Vielleicht war es einmal die Posthalterei
mit Pferden zum Wechseln? Was wurde darin in biergeschwängerter Atmosphäre
alles besprochen und diskutiert?

Alles vorbei, alles Schall und Rauch. Nun kann man ihn kaufen, den alten Schwan,
gegenüber vom Rathaus in Ostheim / Rhön

Aristoteles

Vor Jahren kaufte ich beim Bummel beiläufig für kleines Geld das Buch “Arthur Schopenhauer – Aphorismen zur Lebensweisheit”. Darin habe ich folgenden Satz entdeckt, den Aristoteles einmal gesagt haben soll: “Nicht dem Vergnügen, sondern der Schmerzlosigkeit geht der Vernünftige nach.” Weiter heißt es in dem Buch: “Diese Regel weist uns also an, unser Augenmerk nicht auf die Genüsse und Annehmlichkeiten des Lebens zu richten, sondern darauf, dass wir den zahllosen Übeln desselben, so weit es möglich ist, entgehen. Demnach nun hat das glücklichste Los der, welcher sein Leben ohne übergroße Schmerzen, sowohl geistige, als körperliche, hinbringt; nicht aber der, dem die lebhaftesten Freuden oder die größten Genüsse zuteil geworden.” Darüber sollte man nachdenken!